Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘10 Minuten Schreibübung’

 

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,“ wehte es zu mir herüber. Ich stand verdeckt hinter dem zur Seite gezogenen Vorhang und beobachtete die Frau gegenüber. Mitten im August standen alle Fenster und Terrassentüren sperrangelweit offen, um jeden Hauch von Luftzug in die Räume einzulassen. Die Frau war hübsch, ohne Zweifel, aber ihr Gesang, wenn ich das so nennen wollte, war es nicht. Sie sang nur diesen einen Satz, immer und immer wieder. Was sie wohl daran fand? So alt sah sie nicht aus, als dass ihr dieser Titel etwas bedeuten könnte.

Ich spürte, wie sich bei mir etwas regte, unterdrückte diesen Impuls, zog ein letztes Mal am Joint und sah ihr zu, wie sie sich das T-Shirt über den Kopf zog. Langsam, fast bewegte sie sich wie in Zeitlupe, als ob sie ahnte, dass sie einen Zuschauer hätte. Das Zimmer bei ihr war leer, soweit ich das überblicken konnte. Zu gerne hätte ich mir einen weiteren Joint gedreht, aber das Gras lag ganz hinten in meinem Kleiderschrank. Außerdem hatte ich mein Fernglas vergessen, aber ich hatte Angst, etwas am Fenster zu versäumen. Sie trug zwar noch einen Minirock und den schwarzen Spitzen-BH, aber meine Fantasie galoppierte davon, ich sah sie nackt vor mir. Sie kämmte ihre schwarze Mähne, ihre Brüste wippten auf und ab. Sie kam zur Fensterbank und mir war, als sehe sie mir direkt in die Augen. Das war unmöglich, mein Vorhang war schwarz und schwer, verdeckte mich vollständig, in meinem Raum brannte kein Licht, sie konnte mich nicht erkennen.

Wie oft hatte ich schon hier Position bezogen und ihr zugesehen. Nach dem Kämmen verschwand sie für eine Weile, bis zu einer Stunde konnte es dauern, ehe sie zurück kam, in einen weißen Bademantel eingehüllt. Solche, die man in besseren Hotels vorfand. Ich verharrte auf meinem Posten, um ihre Ankunft nicht zu verpassen, dachte an sie, das Fernglas und den Joint. Sie war für mich nicht erreichbar, aber den Joint könnte ich jetzt dringend gebrauchen. 335 Wörter.

Advertisements

Read Full Post »

3 Wörter >>

 

 

3 Wörter >>

Ich lehne mein Rad an einen Zaun und zünde mir eine Kippe an. Herrgott, jetzt paffe ich hier am Waldrand. Wie schnell wäre ich mit dem Auto im Büro gewesen, aber meine Frau will unbedingt, dass ich abnehme. Das Risiko der Erkrankungen sei zu hoch, sagt sie. Dass mich bei meinem Job einer erschießen könnte, erwähnt sie hingegen nicht. Das Präsidium hat mir eben am Telefon mitgeteilt, dass wir zu einer Leiche auf den Bauernhof nach Söderau müssen. Ich bin 25 Kilometer davon entfernt. Zum Präsidium sind es 10, von da könnte ich mir einen Dienstwagen nehmen. Was für eine Zeitverschwendung. Meine Assistentin Katrin ist schon vorgefahren, sagt sie zu mir, als ich sie anrufe. Mein Fahrrad hätte locker in ihren Kofferraum gepasst.

In ein Fitnessstudio gehe ich nicht, habe erstens keine Zeit und zweitens will ich mir nicht die Kerle angucken, die ihre Muskeln auf und ab wippen lassen und mit dem eigenen Spiegelbild kokettieren. Wie komme ich mir da vor? Zur Frittenbude muss ich zukünftig meinen Kumpel Arno von der Spusi schicken. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass meine Frau ganz zufällig dort vorbei kommt. Rohkost, Gemüse, Wasser, Kaffee ohne Milch. Ich hasse schwarzen Kaffee. Arno kann Currywürste, Fritten und Burger ohne Ende in sich hinein schaufeln, dem sieht man nichts an. Ich gucke einmal in Richtung Frittenbude und zack, habe ich 1 Kilo mehr. Später schaue ich im Supermarkt vorbei, ob es eigentlich Diätbier gibt. Wenigstens ein bisschen Geschmack nach Bier und eine kleine Freude muss mir doch bleiben.

Das Fahrrad lasse ich direkt vor dem Präsidium stehen, unabgeschlossen. Hoffentlich wird es geklaut!

Vollkommen außer Puste falle ich auf den Sitz des Dienstwagens, erreiche bald Söderau und damit den Tatort. Ich sehe einen See aus Milch, der sich rot färbt. Kurz denke ich an die vielen Kaffees, die ich damit aufhellen könnte. Katrin sieht schon wieder so aus, als ob ihr nicht gut sei. Wann gewöhnt sie sich endlich an den Anblick von Leichen?

Wer bringt denn einen armen Milchbauern so bestialisch um? Die verdienen doch nichts, wofür es sich lohnt, zu morden. Schuften sich krumm und buckelig und dann reicht es am Ende des Monats kaum, um über die Runden zu kommen. Der Körper des alten Mannes ist durchlöchert wie ein Sieb. Jemand hat furchtbar gewütet. Die Kübel, in denen die Milch gewesen ist, liegen kreuz und quer verteilt. Die Mistgabel, das Tatwerkzeug, wie mir scheint, lehnt an einem Heuballen, versifft bis zum Abwinken. Hoffentlich finden sich genug Spuren vom Täter daran.

Ich ignoriere meinen knurrenden Magen, zünde mir eine weitere Kippe an und schicke die blasse Katrin raus auf den Hof. Ich muss jetzt wirklich bald mal ein ernstes Wort mit ihr reden. 447 Wörter

 

Read Full Post »

 

Die 3 Wörter von heute lauten >>

Schwer beladen komme ich vom Einkauf zurück. Die Taschen stelle ich auf dem Boden ab, lade Rinderfilets vom Metzger, Brokkoli, Milch, Eier, Butter, Knoblauch, Zwiebel, Kartoffel vom Bio-Bauern und Baguette vom Bäcker auf der kleinen Anrichte ab. Das Brett bricht unter der Last schier zusammen. Der Kühlschrank ist nicht minder klein, aber ich stopfe alles in die Fächer und in der Tür haben auch noch der Wein und der Sekt vom örtlichen Winzer Platz. Zufrieden betrachte ich mein Werk, schließe die Tür. Wenn das Wetter gut bleibt, kann ich draußen aufdecken. Falls es regnet, spanne ich den Schirm auf. Eine Art Rezept habe ich im Kopf, zur Not schaue ich im Internet nach. Außerdem bestücke ich die Kühlbox mit ein paar Dosen Bier, die nicht mehr in den Kühlschrank passen.

Die Frau, die ich in einem Online-Datingportal kennengelernt habe, treffe ich zum ersten Mal. Sie soll besser auf den Campingplatz kommen, ist anonymer. Wer weiß, wer oder was da kommt. Die Leute machen sich im Netz immer besser als sie sind. Ich muss zugeben, ich habe auch ein bisschen geflunkert. Mit meinen Kochkünsten, die bei weitem nicht so glänzend sind, wie ich bei ihr angegeben habe. Der Metzger hat mir aber versichert, dass ich mit seinen Filets überhaupt nichts falsch machen könne. Auch der Winzer meinte, dass er die besten Weine der Region habe und ich mit der getroffenen Auswahl auf jeden Fall bei einer Frau punkten könne. Bei mir als Person habe ich im Profil etwas das Gewicht nach unten und die Größe nach oben reguliert. Das wird sie hoffentlich nicht bemerken.

Ich richte das Gemüse, wie von der Bio-Bäuerin erklärt, lege die Rinderfilets zurecht und öffne eine Dose Bier für mich. Mit Alkohol im Blut kocht es sich leichter. Das machen alle Campingfreunde vom Platz so. Der ist um diese Jahreszeit gänzlich leer, auch das Häuschen beim Eingang, in dem sich Neuankömmlinge melden müssen. Ich habe mir den Schlüssel von Paule organisiert. Der kennt mich, ich habe einen Dauerstellplatz und der vertraut mir.

Während das Bier durch meine Kehle rinnt, beobachte ich durch das Fenster meines Wohnwagens die Auffahrt. Wer oder was steht denn da herum? Ich verschlucke mich fast. Oh Gott, sie sieht aber total anders aus, als ich erwartet habe. Ich habe mir eine grazile Geige vorgestellt und jetzt sehe ich ein ausladendes Cello. Ich schütte noch mehr Bier in mich hinein, ziehe langsam die Gardine zu. Ist keiner da, der ihr aufsperren könnte. Die Filets und den Wein schaffe ich alleine, das Gemüse lasse ich weg. 421 Wörter.

Read Full Post »

 

Jetzt geht es ans Eingemachte und wird komplizierter. Es gibt keine 5 oder 10 Minuten Schreibübung, sondern wir sollen die Timertechnik anwenden. Das Ganze dauert mehr als 5 oder 10 Minuten.

Was verbirgt sich dahinter?

Zuerst geht es darum, in 2-3 Sätzen zu formulieren, was in unserem (Roman)Projekt vorkommen soll. Daraus sollen wir eine Zusammenfassung schreiben, eine DIN A 4 Seite, maximal 300 Wörter.

So geht es weiter >>

Kapitelgliederung anlegen. Es sollen 10 bis 15 Kapitel werden. Jedes Kapitel bekommt eine eigene Überschrift in Form einer Frage: Was passiert hier? Was macht Figur X und Figur Y.


Wenn diese Struktur steht, beginnt die Timertechnik, jeweils Kapitel für Kapitel. Die Uhr auf 5 Minuten stellen und alles zu der jeweiligen Überschrift dazu aufschreiben. Man muss nur die Frage beantworten und schreiben, was einem dazu einfällt.


Sind die 5 Minuten um, wird die Antwort in 3-5 Unterabschnitte gegliedert. Den Wecker auf 30 Minuten stellen und das Kapitel komplett, Abschnitt für Abschnitt, schreiben.

 

Danach 5 Minuten Pause einlegen.


 

Es folgen 30 Minuten, um das zuvor geschriebene Kapitel zu überarbeiten. Sind die 30 Minuten um, lässt man das überarbeitete Kapitel ruhen. Sollte noch Schreibzeit übrig sein, startet man ein weiteres Kapitel.

Mein bisheriges Ergebnis >>

Bei meinem Projekt sind es 7 DIN A 4 Seiten geworden, den Inhalt grob zusammenzufassen. Die Geschichte habe ich von Hand in einem dafür angelegten Spiralblock notiert.

Die Wörter zähle ich nicht. Grob festgelegt habe ich bis jetzt 6 Kapitel, aber ohne Überschriften. Das müsste ich noch machen und auch die restlichen Kapitel erstellen.

Das passiert natürlich nicht alles an einem Tag, auch nicht die Kapitelerstellung. Gemäß Schreibtraining sollen es 10-15 Kapitel werden. Man muss nicht Adam Riese sein, um hochzurechnen, wie viele Stunden die 5 und die 30 Minuten zusammen ergeben, wenn man von 15 Kapiteln ausgeht, und die Pausen mit einrechnet. Somit müsste ich meine Ziele für die kommenden Wochen neu formulieren und den Gegebenheiten anpassen. 🙂

 

 

Morgen würden wir uns dann um das erste Kapitel kümmern. Den kostenlosen Kurs „Schreibgewohnheiten trainieren“ habe ich HIER gefunden.

Read Full Post »

 

Die 5 Minuten gestern waren bestimmt die Sonntagsverschnaufpause. Heute am Montag dürfen es wieder 10 Minuten sein, mit den Wörtern Mondschein, Kamera, Saurier.

Ich wollte diesen Job unbedingt haben! Aber der Chef, der alte Saurier, zog immer Arne vor. Männer schreiben sachlicher, pflegte er zu sagen. Ich solle lieber mit meinen Emotionen bei den Stars, Sternchen und den Promis bleiben. Das mochten die Leser. Ja, ich hatte viele Leser, die meinen Online-Berichten über diese Themen folgten. Aber ich wollte endlich mal richtige Nachrichten machen. Ich konnte auch sachlich, wenn mich der Saurier nur mal ran ließ. Arne grinste sich einen und setzte noch einen obendrauf: „Lerne erstmal mit der Kamera umzugehen, dann bekommst du sicher auch einen Nachrichten-Job.“

Am liebsten hätte ich ihm in seine Eier getreten und die Kamera hinterher geknallt. Natürlich machte ich nichts dergleichen, sondern lächelte nur und verzog mich an meinen Schreibtisch, versteckte meine Tränen hinter dem Monitor. Das fehlte mir gerade noch, dass mich der Saurier und Arne heulen sahen. Ich konnte mit meiner Kamera umgehen, hatte wunderbare Mondscheinfotos geschossen, für die ich sogar einen Preis eingeheimst hatte. Nur wussten die in der Redaktion nichts davon. Ich arbeitete lieber unter einem Pseudonym. Besser war das. Nicht, dass mir das auch noch zum Nachteil ausgelegt wurde.

Ich sollte die Redaktion wechseln, mich woanders bewerben und gleich einen aktuellen Nachrichtentext einreichen. Aber der Saurier, so wurde der Chef heimlich von allen genannt, hatte seine krummen Finger überall drin. Wenn der meine Bewerbung las, würde er mich bestimmt gleich feuern und dann hatte ich überhaupt keinen Job mehr. Die Miete zahlte sich schließlich nicht von selbst und essen musste ich auch hin und wieder. Obwohl der Saurier oft sagte, dass ich wie ein Hungerhaken aussehe. Ich glaube, er mochte das aber, denn er stierte mir immer wieder auf den Körper, ließ seinen gierigen Blick an meinem Hals, über den Busen, an den Beinen entlang wandern, wenn er in unser Redaktionsbüro kam. Fehlte nur noch, dass er sabberte.

Wenn er nicht so ätzend wäre, hätte ich seine Einladung zum Abendessen vielleicht doch angenommen. Das würde mir alle Türen öffnen. Aber wollte ich das? Natürlich nicht! Ich wollte mit meinen Reportagen über Fakten, Daten und korrekte Zahlen bekannt werden, mich nicht nach oben schlafen. Dazu die passenden Fotos liefern. Zu Themen, die die Welt interessierten, nicht über It-Girls und Püppchen, die Art Nachrichten, die man im Wartezimmer seines Arztes oder beim Frisör las und über die man dann plauderte. Nicht, weil es interessant wäre, sondern, weil man das eben so machte. Es war vertrackt! Aus diesem Redaktionshamsterrad kam ich nie raus!

Vielleicht sollte ich mir einen ganz anderen Job suchen oder einen anderen Beruf lernen. Noch war ich jung, relativ gesehen, und konnte von vorne beginnen. Mein Vater hatte recht gehabt, als er damals sagte, ich solle etwas ordentliches machen und nicht so eine brotlose Kunst ausführen, von der man nicht gescheit leben konnte. Das Wissen half ihm jetzt nicht, denn er war schon lange tot. Mir half es aber auch nicht weiter… 481 Wörter.

Read Full Post »

 

Tag 13. 10 Minuten. Drei Wörter: Rotwein, Anker, Fenster >>

Wütend knallte ich das Telefon auf den Tisch. So ein Schwein! Machte einfach am Telefon mit mir Schluss. Vor ein paar Tagen säuselte er mir noch vor, wie bezaubernd ich aussehe, wie gerne er mit mir zusammen sei, welch‘ wunderbaren Haare ich hätte – und jetzt das!

Ich schaute aus dem Fenster, das sich gegenüber meines Schreibtisches befand. Am liebsten würde ich den Anker, den ich von meinen Eltern bekommen hatte und der sicher 5 Kilo wog, vom Schrank herunter reißen und hinaus werfen. Oder Jan an den Kopf donnern. Dann wäre Ruhe und ich müsste mir keine Gedanken darüber machen, mit wem er jetzt zusammen war und wem er nun diese liebreizenden Worte, die für mich keinen Sinn mehr ergaben, flüsterte. Dabei wollten wir zusammen ziehen, machten Zukunftspläne und Kinder kamen darin auch vor.

Wenn ich recht darüber nachdachte, wollte ich mit ihm zusammen ziehen und von ihm Kinder haben. Spielte das eine Rolle? Er sagte zu allem ja, war begeistert, sah zumindest so aus und der Sex mit ihm war umwerfend. Er kannte jede Stelle meines Körpers, wusste genau, wie er mich zum besten Orgasmus bringen konnte. Kannte er von jeder Frau diese Stellen?

Ich musste würgen. Schnell stand ich auf und rannte Richtung Klo. Aber es war blinder Alarm. Ich bog in die Küche ab und nahm mir die Flasche Rotwein von der Anrichte. Ich schenkte ein Glas voll bis oben hin und trank es in einem Zug leer, füllte gleich wieder nach.

Jan konnte mich mal! Später würde ich Susi anrufen und ihr erzählen, was Jan für ein Arsch war. Der hatte mich gar nicht verdient. So einen wollte ich nicht. Susi würde mich verstehen. Schon immer sagte sie zu mir, dass Jan nicht zu mir passte. Ich trank das Glas erneut leer, füllte auf. Ich schaute auf die Digitaluhr am Herd, konnte die Zahlen aber nicht entziffern. Herrgott, wie spät war es denn? Ich machte mich auf den Weg ins Wohnzimmer, dort hing eine große Bahnhofsuhr. Leicht schwankend, mich an den Wänden und am Türrahmen festhaltend erreichte ich den Wohnraum. Es war später Nachmittag, 17 Uhr. Ein Schluck Wein am Vorabend konnte nicht schaden, besonders in dieser speziellen Situation. Also schlurfte ich zur Küche und zum Rotwein zurück. Das Glas zitterte verdächtig in meiner Hand. Ich packte es mit beiden Händen und setzte an und musste mich schütteln.

Eigentlich schmeckte mir das Zeug gar nicht. Ich trank es nur Jan zuliebe, der mir einen endlosen Vortrag über Rotwein und dessen Vorzüge gehalten hatte. Schnell kippte ich den Inhalt des Glases in die Spüle. So etwas musste ich nicht haben. Schon gar nicht, wenn es Jan gut fand. Nie mehr Rotwein oder Alkohol überhaupt. Ich ging mit unsicheren Schritten zum Kühlschrank, öffnete die Tür, fand aber keine weiteren verdächtigen Getränke darin. Ich brauchte einen Kaffee, damit mein Kopf wieder klar wurde. Gleich würde ich Susi anrufen und wir würden uns einen tollen Mädelsabend ohne Jungs und Alkohol machen. Vielleicht hatte Becky ja auch Zeit. 498 Wörter.

Read Full Post »

10 Minuten Fingerübung mit verdecktem Monitor. Blind schreiben sozusagen. Das Stichwort war „Unfall“, das ich mir selbst ausgesucht habe, weil einem dazu immer etwas einfällt. Das ist die unzensierte Schreibübung:

 

Ich stehe an der Tankstelle auf der Autobahnraststätte, bin auf dem Weg zur Redaktion. Es ist früh morgens, halb 6. Klar denken kann ich nicht, bin froh, dass ich meinen Kaffee sehe, der schwarz im Becher vor mir steht. Der Tankwart ist an der Theke beschäftigt, räumt irgendwas herum und kümmert sich nicht um die Gäste, wobei nur ein weiterer Mann an einem der Tische steht. Er sieht genauso zerknittert aus, wie ich mich fühle. Zum Rauchen muss ich vor die Tür gehen, wobei Rauchen an der Tankstelle allgemein nicht erlaubt ist. Man kennt das ja. Ich brauche aber meinen Nikotinstoss, damit ich einigermaßen klar in den Tag starten kann. Wie soll ich sonst die Besprechung, die es jeden Montag gibt, überstehen? Ich rühre in meinem schwarzen Kaffee herum, hänge meinen Gedanken vom Wochenende nach, blicke durch den Shop und erschrecke! An einer der Zapfsäulen steht eine Frau, die gerade den Hahn in ihre Tanköffnung bugsiert. Das ist nicht nue, aber der Anblick der Frau. Ich wische mir mit der Hand über die Augen, ich schlafe wohl noch. Ich richte den Blick aus dem Fenster und erstarrte! Die Frau ist nackt! Im Fond ihres Autos sitzen zwei Mädchen, das Alter kann ich nur schwer schätzen, vielleicht 3 und 5. Es regt sich nichts, vielleicht schlafen sie. Würde mich nicht wundern, um die Uhrzeit. Die Nackte nimmt jetzt den Tankrüssel aus ihrem Auto, steckt ihn in die Säule zurück. Ich warte darauf, dass sie den Shop betritt, bin auf das Gesicht des Mannes neben mir und des Tankwarts gespannt, trinke von meinem Kaffee. Im Nu werden alle wach sein. Aber, was passiert hier? Als ich den Blick wieder zum Fenster wende, ist der Platz leer. Wo ist die Frau? Ichgehe mit meiner angezündeten Kippe nach draußen und finde nur die leeren Zapfsäulen vor. Die Frau ist weg. Der Tankwart folgt mir und starrt entgeistert auf die Säulen. Schnell mache ich mich auf den Weg. Weit kann sie nicht gekommen sein. Gute #Geschichte sind mein Job, deshalb verliere ich keine Zeit. Den halb kslten Kaffe trinke ich unterwegs, schalte das Radio ein. Es gibt keine neuen Meldungen.

Fünf Kilometer weiter werde ich aber abrupt ausgebremst. Mein Kaffee schwappt über das Lenkrad und die Armaturen, was für eine Sauerei. Auf meijner Spur gibt es eine Waartschlange, nichts geht mehr. Mist, Unfall! Wo? Hier oder gegenüber ? Ich schlängele mich, so gut es eben geht, daran vorbei und komme mit 30 Minuten Verspätung in der Redaktion an, platze mitten in die Besprechung.

„Gut, dass du kommst, auf der A3 wurde gerae ein Unfall gemeldet. Ist das nicht deine Richtung?“

 

Eine Anregung von „Flatty“ aus dem Schreibforum. Vielen Dank.

 

 

Read Full Post »