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Posts Tagged ‘Mord’

An meinem NaNoWriMo-Text [Doppeltes Spiel] vom November von HIER schreibe ich weiter, komme aber nur langsam voran. Der Kopf ist voll mit anderen Gedanken. Heute hatte ich die Idee für eine Kurzgeschichte, bei der es um Weihnachten ging, d. h. ich fertigte mir ein Cluster an, mit den Gedanken, die mir zu der Geschichte einfielen. Diesmal im Notizbuch, da kein A 3-Block zur Verfügung stand.

Kurzgeschichte Cluster 004  Kurzgeschichte Cluster 005

Jetzt schreibe ich dieselbe, höre Musik, habe das Internet ausgeschaltet, um mich nicht ablenken zu lassen, bin mit meinem Text beschäftigt. Gleichzeitig frage mich einmal mehr, warum es schon wieder eine „Depri-Geschichte“ ist. Kann ich keine sonnigen Texte produzieren? Dabei hatte ich im November, beim NaNo-Schreiben, die Idee für eine Liebesromanze ohne Mord und Totschlag im Sinn. Am Ende komme ich dahin zurück, soll heißen, einer kommt immer um, auch wenn ich es zu Beginn nicht geplant hatte.

In der Weihnachts-Kurzgeschichte sterben die Eltern des Protagonisten, weil er im Alter von 10 Jahren den Tannenbaum anzündet, da er unbedingt das Kleid seiner Mutter im Schein der Kerzen leuchten sehen möchte, es aber schafft, das ganze Haus abzufackeln. Wohin ihn das bringt, können wir uns leicht ausmalen. 😉 Ich schreibe weiter…

Ich danke allen, die mir beim NaNoWriMo die Daumen gedrückt und mich unterstützt haben! 🙂

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Diesmal geht es HIER um Namen. Um die Namen der Leute, die in unseren Geschichten vorkommen. Wobei mir der Satz: Namen sind was für Grabsteine auch gut gefällt, aber so ist es ja nicht. Wir tragen unseren Namen ein Leben lang mit uns herum, wobei wir darauf keinen Einfluss haben. Auf die Namen unserer Kinder schon, aber ob diese dann damit glücklich sind, ist wieder eine andere Geschichte.

Diese Übung habe ich zum Anlass genommen, meinen Namen und die meiner Kinder zu recherchieren. Die Namen der Kinder habe ich nicht mit Bedacht, sondern intuitiv gewählt. Das heißt, es gab keine monatelangen Recherchen, sondern eher eine Eingebung und dann stand fest, dass dieser Name genau dieses Kind bekommen sollte. Und so war es dann auch. Mir gefallen alle vier Namen, auch Jahre später, immer noch! Meiner auch, obwohl ich an der Namensgebung nicht beteiligt war.

Die Figuren in meinem Roman haben auch ihre Namen, die sich einstellten, als ich an der Handlung, den Figuren, usw. gearbeitet habe. Bislang kommen sie mir noch zeitgemäß und zur Geschichte und Handlung passend vor. Ich veröffentliche die jetzt nicht, man verrät ja nichts aus seinem zukünftigen Roman bzw. nur wenig. Oder?

Aktuell arbeite ich an der Handlung bzw. den Handlungen des Romans, stelle das vorhandene Gerüst um, arbeite es aus. Ich brauche viele Eckpunkte, an denen ich entlang schreiben kann, wenn die Phase des Schreibens einsetzt. Die schon vorhandenen Szenen (NaNoWriMo im letzten November) werde ich entsprechend anpassen, umschreiben oder verwerfen. Es gibt einen Mord (und/oder mehrere), das Motiv und wir bewegen uns in der Unterwelt. Das ist ganz nach meinem Geschmack!

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Übung macht den Meister. Ist bekannt, ne? Ich habe mich bei schreibaufgabe.de angemeldet und bekomme nun wöchentlich eine Aufgabe geliefert, mit der ich mich jeweils beschäftigen werde.

Diese Woche geht es um „Kreativ Training“, es gab eine kleine, langweilige Begebenheit, wie sie bei Lieschen Müller und Heinz Koch jeden Tag passieren könnte. Die beiden verabreden sich in einem Café, […] und gehen nach einer Stunde wieder nach Hause. Lieschen Müller nimmt den […] und Heinz Koch geht […] zum Café.

Langweiliger geht es kaum mehr!

Anmerkung: Ich habe die Geschichte gekürzt und die Namen geändert, weil ich nicht sicher bin, ob ich das so öffentlich wiedergeben darf. Wer es genauer wissen möchte, kann sich registrieren und bekommt den wöchentlichen, kostenlosen newsletter mit den Aufgaben.

Wir sollen 30 (!) Probleme in 10 (!) Minuten finden, die dem Ganzen etwas Pepp einhauchen. Egal, wie abwegig, einfach notieren. Inneren Zensor ausschalten!

Ich gestehe, ich habe ganze 9 Probleme gefunden, aber nicht in 10 Minuten, sondern den halben Tag über…

Wenn man genug beisammen hat, sollte man drei Favoriten auswählen, die man später eventuell verwenden kann. Natürlich kann man alle seine Probleme beliebig zu Geschichten ausbauen.

Achtung: Ich habe nicht nur Mord und Totschlag, Verlust und Trauer im Programm! Es gibt auch erste Annäherungen, verliebte Blicke und heimliche Streicheleinheiten unter dem Tisch!

Da es eine WOCHENaufgabe ist, kann ich ja noch die ganze Woche über neue Probleme nachdenken… 😉

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Gebeugt saß Martin am Tisch, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, die Hände gefaltet, den Blick nach unten gerichtet. Der Abstand zum Tisch betrug nur ein paar Zentimeter. Er konnte das Papier gut sehen, das er mitgebracht hatte, musste dazu nicht einmal den Kopf bewegen.

Als sich die Tür öffnete, schaute er nicht auf. Endlich würde er Elvira treffen. Wie lange hatte er auf diesen Augenblick warten müssen. Aber er hatte nicht locker gelassen, ihr Briefe geschrieben, einmal in der Woche bei ihr angerufen, obwohl er immer nur ihre Stimme auf dem Anrufbeantworter zu hören bekommen hatte und nie auf seine Briefe geantwortet worden war… Jetzt aber würde sie bald da sein. Sie hatte nachgegeben und zugesagt, ihn zu besuchen. Das hatte er aus den Briefen seiner Anwältin heraus gelesen.

Sie waren alleine in dem Raum, er aber glaubte förmlich platzen zu müssen, jeder Nerv in seinem Körper war angespannt.

Du weißt, du bist mein Augenstern

Ich hab‘ dich doch gern‘

Lass‘ mich nicht im Stich“, begann er, den Blick starr auf sein Papier gerichtet.

Martin,…“ Elviras Stimme klang anders als er sie in Erinnerung hatte.

Sage nichts, bitte. Ich war noch nicht fertig. Ich weiß, dass nicht immer alles so lief, wie du dir das vorgestellt hast, aber ich werde mich ändern. Und dann läuft es wieder gut zwischen uns. Bestimmt, denn ich habe mich längst geändert.“ Martins Stimme klang nicht so fest, wie er es sich gewünscht hätte. Er sehnte sich nach einer Zigarette. Da er keine dabei hatte, fragte er statt dessen: „Magst du Kekse und einen Kaffee? Ich habe welchen organisiert, muss nur Bescheid geben.“

Danke nein, nichts. Ich habe nicht so viel Zeit, wollte nur das Grundlegende besprechen.“

Martin nickte kurz, doch eigentlich hatte er anderes erwartet. Ihr Treffen entwickelte sich nicht so, wie in seiner Vorstellung. Dabei hatte er es wieder und wieder im Geiste durchgespielt.

Er griff ihren Faden auf: „Das Grundlegende ist doch, dass ich…“ Er stockte, sein Puls raste, ihm fehlte die Zigarette, die ihn beruhigen würde. „Wenn es wieder so werden soll wie einst, dann musst du nur ein kleines bisschen warten. Ich bin bald wieder frei, dann fangen wir von vorne an.“

Wie bitte?!“

Warum war Elvira nur so störrisch? Hatten sie nicht auch schöne Zeiten gehabt? Er dachte an ihren Weiher an lauen Sommerabenden, an die Enten, die sie dort gefüttert, die untergehende Sonne, die sie bewundert und den Sex, den sie dort erlebt hatten.

Elvira, ich…“ Er überlegte es sich anders und begann neu: „Weißt du noch, als wir damals…“ Was sollte er nur sagen? Seine Finger verkrampften sich ineinander, es kostete ihn viel Mühe, ruhig zu bleiben. Er würde es schaffen, für Elvira und seine Liebe zu ihr. Doch für den Augenblick war es besser, wenn sie ihm nicht in die Augen sehen konnte, um darin seine Unsicherheit zu erkennen. Denn er verfolgte doch ein festes Ziel, ein Ziel, auf das sie beide zusteuerten.

Elvira, wir fangen noch einmal ganz neu an. Ich habe mich geändert und werde mich weiter ändern. Ich wollte doch immer nur dich, ich liebe dich doch!“ So, jetzt war es gesagt. Er hastete weiter: „Sie helfen mir dabei, auch wenn ich die Psychiater nicht so gut leiden kann, ich werde mit ihnen arbeiten, kooperieren nennen sie das, damit wir wieder zusammen leben können. Und, wenn ich raus komme, dann…“

Sein Kopf kam ganz nah an die Tischplatte heran. Den Text brauchte er jetzt nicht mehr, er hatte alles gesagt. Herrgott, warum kam sie nicht einen Millimeter auf ihn zu? Sein Oberkörper wippte gleichmäßig vor und zurück, er hörte ein Klatschen, als ob ein Stapel Akten auf den Tisch geschlagen werden würde, er zuckte nur kurz zusammen. Martin schaute nicht auf, er ließ seinen Kopf einfach immer und immer wieder auf die Tischplatte knallen, wie in Trance.

Martin! Sehen Sie mich an! Ich bin nicht Elvira.“ Die Worte nahm er kaum wahr. „Elvira hat sich natürlich geweigert, Sie hier zu besuchen! Ich bin Marlies Bergdorf, Ihre Anwältin. Ich wollte mit Ihnen Grundlegendes zum anstehenden Verfahren besprechen. Man wirft Ihnen vor, das Kind Ihrer damaligen Lebensgefährtin Elvira Sommer vergewaltigt und erdrosselt zu haben. Erinnern Sie sich nicht?“ Marlies Bergdorf unterbrach sich selbst, klopfte an die Tür und rief nach einem der Wärter.

Ihre Mimik war eindeutig. Der Mann vor ihr brauchte einen Psychiater und keine Gerichtsverhandlung.

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S. 14-17:

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern (Franz Josef Degenhardt) – wer kennt das nicht? Der Großvater des Autors. 😉 Gleich auf den ersten Seiten, auch im Vorwort, wird klar, man beschäftigt sich entweder mit den Opfern oder mit den Tätern. Zumindest für mich. Sonst hätte ich einen Gewissenskonflikt. Ich kann nicht gleichzeitig Bewährungshelfer für die Täter und Anwalt für die Opfer sein.

Schnell ist man geneigt, die Täter zu verurteilen, weil sie es ja auch verdient haben, aber zu übersehen, dass es sich eben um Menschen handelt. Wie du und ich. Das oben genannte Lied ist mir bekannt, auch die Warnungen, mit wem man eben besser nichts zu tun haben sollte. Oft ist es aber so, dass gerade das „Andere“ den Reiz ausmacht, von dem sich die Menschen angezogen fühlen. Die einen belassen es beim Lesen, Filme schauen, wiederum andere leben es aus.

S. 20:

Am liebsten hätte ich das Buch in die Ecke gefeuert. Zitat: „Neben der Frage nach dem Leid der Opfer ist auch die Frage nach dem Leid der Täter zu stellen.“ Dann wird das Leid in Form von Freiheitsentzug genannt.

Hallo?

S. 25 ff:

Je weiter ich aber gelesen habe, desto weiter weg bin ich von der Opferschiene gekommen und näher an die Täter heran gerückt. Am Ende sieht man tatsächlich die Täter als Opfer, so wie mit denen umgegangen wurde. Zumindest in den beiden geschilderten Fällen. Wenn einer 35 Jahre gesessen hat, dann hat er zumindest seinen möglichen Teil der Buße abgeleistet. Das hilft den Opfern und deren Angehörigen nicht weiter, aber irgendwann muss es auch für den Täter gut sein. Der andere Mann hat 26 Jahre im Gefängnis verbracht und beide haben keinen Totschlag oder Mord begangen! Dafür bekommt man, wenn es gut läuft, weniger. Die zwei geschilderten Fälle sind ein Musterbeispiel für Personen, die nach der Sicherheitsverwahrung entlassen werden. Ich würde meinen, dass es nicht immer „so gut läuft“, wie bei den beiden. Dazu müsste man ein Buch zur „Rückfallquote“ und zu den „Wiederholungstätern“ lesen…

Das sind meine persönlichen Eindrücke, die ich beim Lesen der Lektüre gewonnen habe. Es war sehr aufschlussreich und bestimmt nicht das letzte Werk, das ich diesbezüglich gelesen habe. Mit dem Zitat: Die Strafe hat den Zweck, den zu bessern, welcher straft – das ist die letzte Zuflucht für die Verteidiger der Strafe.“ von Friedrich Wilhelm Nietzsche habe ich mich noch nicht näher befasst, mit „Die fröhliche Wissenschaft“ auch noch nicht. Bald.

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