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Posts Tagged ‘Schweinehund’

Mit der Schreibzeit war ich etwas nachlässiger als sonst. Habe dem Kurzzeitwecker die lange Leine gelassen. 🙂 Die drei Wörter >>

Heute schreibe ich an meinem Projekt. Weil ich es will, weil ich es muss, weil ich es mir jeden Tag vornehme, aber doch nie richtig tue. Der Bildschirm meines Computers bietet eine Fülle von Reizen, alle meine Blogs, die ich gerne lese, dazu die schönen Fotos von Leuten auf Instagram, die ich überhaupt nicht kenne, für deren Leben ich mich aber geradezu jetzt brennend interessiere, wenn ich eigentlich schreiben will. Die Mauer türmt sich immer höher vor mir auf, aber Worte stehen keine darauf. Sie ist grau und leer, ohne Makel, aber auch ohne Buchstaben. So wird es mit dem Schreiben nichts.

Ich hole mir einen frischen Kaffee und fühle mich bald gestärkt genug, es erneut anzugehen. Ich schließe alle Fenster im Browser, so kann mich das Internet nicht mehr verführen und ablenken. Die Fotos und Blogs werden auch in drei Stunden noch da sein, oder in 20 Minuten.

Ich lege die Finger auf die Tastatur, bereit, jetzt die ersten Wörter tippen zu wollen. Bitte das Hirn, den Fingern die Botschaft zu senden, was geschrieben werden soll, ignoriere das leise Winseln im Hintergrund. Das Hirn scheint mich nicht zu hören, die Finger liegen unbeweglich da. Eindringlicher gebe ich dem Hirn den Befehl, die Worte, die wir uns zu unserer Geschichte ausgedacht hatten, an die Finger zu schicken, wenn möglich in ganzen Sätzen, damit diese nur noch losschreiben müssen. Schon bald, nach 20 Minuten etwa, hätten wir einen schönen Anfang, mit dem es sich arbeiten ließe, und der Tag wäre frei für weitere Internet-Blog-Instagram-Aktionen. Es passiert nichts, nur ein unterdrücktes Knurren ist zu vernehmen.

Einen frischen Kaffee kann ich nicht holen, die Kanne ist leer. Ich müsste neuen aufsetzen, aber das würde mich wieder von meinem Vorhaben ablenken, schreiben zu wollen. Die 20 Minuten sind schon lange um, das Papier ist nach wie vor leer.

Vielleicht ein kleiner Blick in den Kühlschrank. Die Kühle, die von dort auf mich überströmt, wird mein Hirn und mich erfrischen, so dass das Schreiben leichter fällt. Ich könnte mir etwas Rohkost zusammenstellen, das belebt die müden Geister. Ein erwartungsfrohes Hecheln ertönt hinter mir. Wenn ich schon in der Küche bin könnte ich auch gleich den Kaffee aufsetzen. Diesmal eine ganze Kanne voll, damit ich genug Vorrat habe, um später beim Schreiben keine weitere Ablenkung zu haben.

Der Zorn auf den inneren Schweinehund, der schwanzwedelnd vor dem offenen Kühlschrank sitzt, der mich laufend daran hindert zu schreiben, weitet sich in mir aus. Wenn ich einen Mord frei hätte, er wäre mein erster und einziger Kandidat. 419 Wörter.

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Ich schreibe!

Ich schreibe gerne und viel!

Das ist mein Ding. Schon seit langer Zeit. Ich kann mich dabei wunderbar erholen, ausdrücken, gedanklich sortieren. Bislang waren es Kurzgeschichten, aber jetzt soll es endlich ein Roman sein! Der NaNoWriMo bietet dafür die Gelegenheit, in 30 Tagen 50.000 Wörter (!) schaffen zu können. Das ist ein anderes Kaliber, als bei den zuvor geschriebenen Kurzgeschichten. 2013 ist mein dritter Start beim NaNoWriMo. Diesmal will ich das tägliche Soll schaffen, mich von nichts und niemandem abhalten lassen.

Der innere Schweinehund hat noch keine überzeugende Arbeit geleistet, warum ich am Tag die 1.667 Wörter NICHT schaffen sollte.

Der innere Zensor hingegen bemüht sich mehr als redlich, mich abzuhalten. Der hat immer etwas zu nölen und oft genug bin ich gewillt, dem zu glauben. Ich habe einen Thriller geplant, aber es entwickelt sich ein Krimi, ein Regionalkrimi. Will ich das? Ich hatte im Vorfeld die Geschichte, die Haupt- und eine paar Nebenfiguren, die örtlichen Gegebenheiten, die zeitliche Gegebenheit, den Plot im Plot… geplant.

 
Bis zum Tag 8 war alles im grünen Bereich, aber jetzt schleicht sich der Grömmitz in die Geschichte ein. Will ich das? Ich wurde gar nicht gefragt, es ist einfach gelaufen und ich habe es geschehen lassen. Bin ich nicht mehr Herr über meine Figuren oder über meine Geschichte? Fehlt es an Vorbereitung? Ich erlaubte dem Grömmitz, sich in meine Geschichte zu stehlen. Ich schwöre, der Text zu „Doppeltes Spiel“ hatte mit dem Grömmitz und seinen Kollegen nichts zu tun. Das war etwas ganz anderes, keine Vergleiche, keine Ähnlichkeiten, keine Überschneidungen, nichts! Trotzdem ist der jetzt da!

Was mache ich jetzt? >> Weiter schreiben. Was soll ich sonst tun?

Noch 380 Wörter für heute. 😉

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