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Schere, Geldbörse, Notizen >>


Er packte die Schere vom Nachttisch. Sein Laptop, seine Notizen mit dem Einkauf, ein Glas, die Tablettenpackungen und die Geldbörse flogen zu Boden. Er kümmerte sich nicht darum.

Er stach wütend zu, immer weiter. Es zischte und augenblicklich sank sie in sich zusammen. Sein Schwanz war genauso schlaff wie sie, die unter ihm lag. Mit einem schmatzenden Geräusch zog er sein Glied aus ihrer Öffnung und starrte sie an. Wenigstens kein Blut. Er hasste Blut. Ihm wurde regelrecht schlecht. Schon die Vorstellung reichte aus, dass sich sein Magen zusammen zog, er würgen und kotzen musste. Was für eine Sauerei! Er schloss die Augen, um dieses Desaster wenigstens kurzzeitig nicht sehen zu müssen, aber der Gestank blieb. Das musste er selbst beseitigen, seine Mutter würde ihn lynchen, wenn sie das sah. Er würde noch genug erklären müssen, wenn sie den Gestank nach Erbrochenem riechen würde. Das bekam er bei der Hochsommerhitze nie raus, wenn sie in zwei Stunden erscheinen würde. Warum hatte er nicht bis morgen gewartet? Er hatte es eilig gehabt, der Druck war zu groß gewesen, als dass er ihn noch einen weiteren Tag ausgehalten hätte. Er war ein Idiot!

Er würde sie anrufen, ihr sagen, dass sie heute nicht zum Putzen kommen müsse. Dass er krank war, konnte er ihr nicht vormachen, dann würde sie mit einer Hühnersuppe auf der Matte stehen. Fieberhaft überlegte er sich eine Ausrede für sie. Dass er alleine putzen wollte zog bei ihr auch nicht. Sie würde sich selbst davon überzeugen wollen, dass er alles richtig gemacht hätte. Saugen, wischen, Staub, Spülmaschine, für all das hatte sie einen Plan, dem er nie gerecht wurde. Schon früher nicht, als er noch mit ihr unter einem Dach gelebt hatte. Das war lange her, aber dennoch behielt sie noch immer ihre schützende Hand und vor allen Dingen ihre wachsamen Augen über ihn.

Er stach auf das Bettlaken, die Matratze und das Kopfkissen ein. Im Nu verwandelte sich das Schlafzimmer in eine verklebte Masse aus Federn und Stoffteilen, dazwischen die Fetzen von Bianca, der Gummipuppe mit der schwarzen, langen Mähne und den üppigen Titten, die ihn ein bisschen an seine Mutter erinnerte. 355 Wörter.

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