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Posts Tagged ‘Thriller’

 

Nach 8 Wochen Klinikaufenthalt bin ich seit letzten Freitag wieder zu Hause. Während der vergangenen Wochen habe ich an mir und meiner Gesundheit gearbeitet und eine Menge über mich gelernt. Schreiben steht nach wie vor hoch im Kurs! Außerdem habe ich oft im Café gesessen und geschrieben. Dort war es gemütlich, nie überfüllt oder laut und es gab sehr guten Latte Macchiato. Geschrieben habe ich kleine Mehrzeiler, Tagebuch und Kürzestgeschichten.

 

 

Bei einem stationären Klinikaufenthalt gibt es kaum Gelegenheit, mal alleine zu sein. Das fängt schon beim 2-Bettzimmer an. Ich hatte es in dieser Hinsicht fast gut, manche Nächte verbrachte ich alleine, es gab aber auch 3-Bettzimmer. Vom Aufenthaltsraum für 30 Patienten mit TV und der sich daraus ergebenden Geräuchkulisse brauche ich gar nicht zu reden. 🙂

Damit ich im Alltag wieder eine Routine bekomme, habe ich mir ein kleines kostenfreies Schreibtraining für 30 Tage im Netz ausgesucht.

Tag 1 der Schreibübung beschäftigte sich mit der Frage, warum und was ich schreiben will. Am Tag 2 sollten konkrete Ziele formuliert werden. Ich habe meine für das restliche Jahr 2017 aufgeschrieben.

Am Tag 3 gab es drei Anfangssätze, die in einer 5 Minutenübung weiter geführt werden sollten. Vorher Kurzzeitwecker stellen, hinterher Wörter zählen.

 

 

Die ersten Sätze: Es war ein ganz normaler Morgen. Ich hatte gut geschlafen. Doch irgendetwas war anders als sonst.

Mein Ergebnis (272 Wörter, plus 1, das ich nachträglich eingefügt habe):

So ganz normal war der Morgen wohl nicht, denn mein Wecker klingelte zwar, aber in meinem Zimmer war es stockfinster. Dabei besaß ich keine Rollläden und auch keine Gardinen, die ich gestern Abend, als ich ins Bett gegangen bin, hätte schließen bzw. zuziehen können. Mein Wecker war so eingestellt, dass er jeden Morgen pünktlich um 7 Uhr klingelte. Es war Sommer, somit sollte ich erwarten können, dass es in meinem Zimmer, das immerhin im 12. Stock liegt, hell sein dürfte. Ich hatte aber die Bettdecke bis zum Kinn nach oben gezogen, was nicht dafür sprach, dass es sommerlich warm war. Im Sommer schlief ich ohne Nachthemd und die Bettdecke lag morgens meist neben dem Bett. Auf dem Boden machte es sich die Katze darin bequem. Im Sommer verzieh ich ihr das. Im Winter fochten wir regelmäßige Kämpfe aus, wer zuerst unter die Decke schlüpfen durfte. Ich verlor oft, hatte Kratzer an allen möglichen Körperstellen und die Katze verkroch sich schnurrend, als ob nichts geschehen wäre, unter der Decke. Mich ließ sie erst dazu kommen, wenn ich sie ausgiebig gekrault hatte. Je länger ich unter der Decke lag, desto näher kuschelte sie sich dann an meinen mittlerweile warm gewordenen Körper. Warum war es nicht hell an diesem Morgen? Zuerst steckte ich einen Fuß unter der Bettdecke hervor, um die Temperatur zu prüfen. Warm oder kalt? Ich merkte nichts. Wenn man im Dunkeln nichts sah, merkte man wohl auch nichts, so meine Überlegungen. Ein Kaffee musste her, um meine Gedanken auf Touren zu bringen. Welcher Wochentag war heute? Ich überlegte weiter, ob ich ins Büro musste. Meine Kollegen wären nicht begeistert, wenn ich blau machte.

Der Einladung zum Schreiben ist auch Hanna Mandrello gefolgt. Ihr Ergebnis (210 Wörter):

Ich blickte mich blinzelnd im Zimmer um. Es sah aus wie immer. Durch den Vorhang am Fenster schien durch einen schmalen Spalt die Morgensonne und zeigte mir, dass ich mal wieder Staub wischen musste. Doch dann fiel es mir auf. Es war ruhig, gespenstig ruhig. Ich wohnte an einer Hauptverkehrsstraße und morgens weckte mich normalerweise der Verkehr. Doch heute hörte ich nichts außer Vogelzwitschern. Kein Auto, keine Stimmen, kein Hupen. Seltsam, dachte ich. Vielleicht hatte man die Straße gesperrt. Ich stand auf und warf mir einen Morgenmantel über. Barfuß ging ich zum Fenster und öffnete mit einem Ruck den Vorhang. Die Straße lag mit ihren 4 Spuren direkt vor mir, aber sie war leer. Ich betrachtete die Häuserfassaden gegenüber. Die Geschäfte waren geschlossen und es rührte sich nichts, keine Gardine bewegte sich, kein Mensch ging auf dem sonst so belebten Gehsteig. War war da los?
Ich schlüpfte in die Pantoffeln. Die Zeitung steckte sowieso im Briefkasten, ich musste sie holen. Ich öffnete die Haustür, ging die drei Stufen in den Garten hinab und zum Briefkasten, der am Zaun angebracht war. Dabei sah ich mich um. Es war geradeso, als hätten alle die Straße verlassen.
Plötzlich sah ich etwas auf der Straße. Es war eine grüne Pfütze auf dem zweiten Autostreifen.

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Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich verkünde nun den Sieger der diesjährigen Ausschreibung in der Kategorie Kurzgeschichte im Genre Thriller, die mit stolzen 20.000 Euro dotiert ist. So eine hohe Summe gab es noch nie!“

Gleich würde der Moderator meinen Namen ausrufen: Vince Frei! Ich bin mir meiner Sache so sicher, wie noch nie in meinem Leben zuvor. Neben mir sitzt Leonie, hält vor Aufregung meine Hand so fest umklammert, dass es schmerzt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich möchte mich zuerst recht herzlich bei unseren Sponsoren bedanken, ohne die es diese Ausschreibung und diesen sagenhaften Preis nie gegeben hätte.“ Der Moderator wartet, bis der Applaus verebbt und die Sponsoren in der ersten Reihe wieder sitzen.

Aber nun möchte ich Sie, verehrtes Publikum, nicht länger auf die Folter spannen. Ich darf auf das Podium bitten.“

Vince Frei!“, jubelt es in meinem Kopf, ich mache mich bereit, aufzuspringen und nach vorne zu gehen.

Frau Leonie Sommer! Herzlichen Glückwunsch! Kommen Sie bitte zu mir nach vorne.“

Tosender Applaus bricht los. Halluziniere ich?

Mich zieht es in den Sitz zurück, eine unsichtbare Hand greift nach meiner Kehle, der Hemdkragen wird eng, die Luft knapp, der Platz neben mir ist leer, aber mein Kopf ist voll und dröhnt. Meine heißgeliebte Leonie stöckelt in Richtung Podium, ohne sich auch nur einmal nach mir umzudrehen. Ich ringe nach Atemluft, meine Gedanken fahren Achterbahn, während Leonie auf der erhöhten Bühne mit der Lesung beginnt. Die Worte, die sie liest, kann ich mitsprechen, jedes einzelne, alle.

Das ist meine Geschichte, die ich auf Leonies Anraten in den Müll geworfen habe, weil zu schlecht, nicht gut genug für einen 20.000 Euro-Wettbewerb. Ihre Worte hallen in mir nach: ‚Nicht tragbar. Schrott. Vince, schreibe etwas anderes, etwas besseres, für mich, das kannst du doch, das weiß ich“.

Viele Nächte habe ich mir mit meiner neuen Geschichte um die Ohren geschlagen, damit diese noch besser als die Vorherige wird. Tagsüber träumen Leonie und ich vom Gewinn, mit dem wir die Anzahlung für das Hausboot, unser beider Traum, leisten wollen, auf dem ich in greifbarer Zukunft meine Geschichten schreibe, während sie sich um unser Kind kümmert.

‚Ich schreibe doch nur für dich, Vince, nicht für die Öffentlichkeit, das weißt du,‘ höhnt es in mir. Leonie und schreiben? Mir will kein einziger Satz einfallen, den ich in der Vergangenheit von Leonie zu lesen bekommen habe. Wahrscheinlich ist sie gar nicht schwanger und wenn doch, dann nicht von mir. Auch nur so ein Bluff, mit dem sie mich geködert hat, um an meinen Text zu kommen. In meinem Kopf ziehen Bilder wie ein Kinofilm vorbei, Leonie und ich an romantischen Abenden bei Kerzenschein. Heiße Nächte, in denen wir Sex haben, bis wir eng umschlungen in die Laken zurück sinken. Alles nur Mittel zum Zweck!?

Gestern in der Vorfreude habe ich doch nur zwei Gläschen Bourbon getrunken. Oder sind es doch mehr gewesen?

Ich zerre an der lächerlichen Krawatte, die ich nur wegen Leonie trage, reiße den obersten Hemdknopf auf. Mein Hals ist wieder frei. Ich sauge die Luft in mich hinein, springe von meinem Stuhl hoch:

Das ist meine Geschichte! Ich kenne jedes Wort!“

Es ist totenstill im Saal, auch Leonie höre ich nicht mehr. Schnell gewinnt sie ihre Fassung zurück, liest weiter, als ob ich nichts gesagt habe, als ob ich gar nicht da sei. Der Moderator blickt irritiert zwischen Leonie und mir hin und her, als verfolge er den Ball bei einem Tennismatch, schließlich nickt er fast unmerklich.

Ein Loch tut sich unter mir auf, verschlingt mich, ich versinke in der Elbe mit dem Hausboot, das ich mit nie Leonie haben werde.

Zwei Männer, Typ Kleiderschrank, in weißen Kitteln, zerren mich aus meiner Sitzreihe, vorbei an mitleidigen Blicken und stummen Vorwürfen für den armen Irren, der keine Niederlage erträgt, der nicht verlieren kann. Ich versuche die Typen abzuschütteln, aber die Griffe an meinen Armen werden stärker. Meine Gedanken drehen durch. Ich will noch mehr über meine Geschichte hinaus schreien. Jeder soll es hören, dass es mein Text ist, aber trotz geöffnetem Mund bleibe ich stumm.

Ich liege auf dem Fußboden, der Moderator geht neben mir in die Hocke, legt mir beruhigend die Hand auf die Schulter.

Der Kleiderschrank im weißen Kittel kniet auf der anderen Seite, zieht eine Spritze auf, mein Hemdsärmel wird nach oben gerollt: „Das sind die Nerven. Wir geben Ihnen eine Beruhigungsspritze, gleich geht es Ihnen besser.“

[Vorerst letzte Version nach der Überarbeitung]

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Der Textcontainer von Hanna Mandrello [HIER angekündigt] gefällt mir richtig gut, weil man darin all seine Werke aufbewahren kann, die vielleicht noch nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind. So hat man alles schön im Blick und kann seine Projekte und Ziele weiter verfolgen. Dies führte zu dem Entschluss Vicszettelkasten anzulegen, der mit einem Passwort geschützt ist, und meine aktuellen Projekte und weitere Texte dort abzulegen.

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Über:

In Vicszettelkasten sammle ich meine Geschichten, Ideen, eben alles, was ich in die Tasten haue.

Unterteilt in die Kategorien Kurzgeschichten, 5-Minuten-Prosa, Projekt bzw. Projekt-bezogener Name, Gequirlter Mist.

 

Wenn jemand gerne mitlesen möchte, dann bitte im Kommentar melden. Ich würde mich über Leser freuen. 🙂

 

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Zum Leseverhalten: Ich lese gerne Thriller, es kann durchaus zur Sache gehen, ich halte einiges aus. Ich lese gerne Krimis, wenn diese flüssig geschrieben sind, fühle mich bei jenen, die in meiner Region spielen, heimisch, kann mir dann gut die Orte vorstellen, in denen die Geschichten spielen. Ich bin quasi zu Hause. Thriller müssen nicht unbedingt in meiner Region spielen, besser weit weg und bei den anderen ist mir da schon lieber. Phantasie und Realität gehören untrennbar zusammen.

Zum Schreibverhalten: Ich plotte aktuell munter vor mich hin, habe „Konrad“ und „Sandholm“ in Arbeit. Ich bin mehr dem Thriller zugewandt, dennoch erwische ich mich immer wieder, dass es beim Plotten auf den Krimi hinaus läuft, obwohl ich das gar nicht will. Ich finde Ermittlungsarbeit total ermüdend, wenn ich darüber schreiben soll. Mir kommt es vor, als ob ich mich in Nebensächlichkeiten ergehe und in Details verliere, die ich nicht haben will. Das ist sicher mein persönliches Empfinden, ohne Ermittlungsarbeit funktioniert ja kein Krimi, aber den will ich auch nicht schreiben.

Das Vorhaben: Ich stelle den Plot zu „Sandholm“ fertig, „Konrad“ muss warten, denn „Sandholm“ reizt mich gerade mehr, und entscheide dann, wie der Verlauf sein wird bzw. wie ich meine Gedanken und Ideen zu einer Geschichte formulieren kann, damit es so wird, dass ich diese auch gerne lesen wollen würde. Wenn ich beim Schreiben schon merke, dass ich das gar nicht lesen will, dann stimmt etwas nicht. Der innere Kritiker hat seine Arbeit aufgenommen, ohne dass er gefragt worden wäre.

Aktueller Lesestoff: „Der letzte Morgen“ von Ryan David Jahn [Klick auf das Buchcover unten führt zum amazon-Link]. Es spielt im Jahr 1954 (weiß es gerade nicht genau, kann auch 1952 sein) und der Schreibstil passt absolut in diese Zeit: kantig, eckig, nicht flüssig. Ich muss immer an Western denken, obwohl null Western darin vorkommt. Auf dem Cover steht „Thriller“, den ich bis jetzt noch nicht gefunden habe (50 % gelesen). So hat jeder seine Assoziationen, sein eigenes Kopfkino, wenn er etwas liest.

Cover Der letzte Morgen

Kleiner Auszug aus „Der letzte Morgen“ (bei dem ich mich frage, ob ich das so schreiben wollen würde, wobei es absolut in diese Geschichte passt): „Wenn es jetzt nichts wird mit dem Scheißen, vergeht noch ein weiterer Tag, bis er kann, und er ist jetzt schon zwei Tage überfällig. Er versucht, so gesund wie möglich zu bleiben, ist bemüht, ganz normal zu funktionieren.“ [Nach diesem „Erlebnis“ pfeift er sich erst einmal einen „Hit“ rein]

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Neuer Versuch. Das Gerät mindestens 6 Stunden an der Ladestation gelassen, am Nachmittag auf den Balkon in die Sonne gesetzt und getippt. Diesmal wurden es 762 Wörter und 4.579 Zeichen, immerhin mehr als gestern. Ausgegangen ist das Gerät nicht, hat brav seinen Dienst getan.Mit dem Curser kann man wohl schnell zurück „blättern“, aber da man nur 4 Zeilen sieht, wäre es mühselig weiter im Text zurück zu gehen. Einfach schreiben, überarbeiten, löschen, usw. kann man hinterher am PC immer noch.

Anführungsstriche nicht gefunden, deshalb gibt es keine. Auch „ß“ nicht gefunden, mich aber davon nicht aufhalten lassen. Y und Z sind eine Katastrophe, die sollten nun echt an der richtigen Stelle sein, sind sie aber nicht. Wenn man jahrelang mit dem linken Zeigefinger Z tippt, kann man von sich nicht erwarten, dass man innerhalb von 2 Tagen umgepolt ist und Z jetzt mit dem linken kleinen Finger tippen soll. Mit dem Y verhält es sich umgekehrt.

Das Ergebnis folgt unten. Wem das zu ätzend ist, der sollte jetzt hier mit dem Lesen aufhören. 😉

Hilfsmittel für Schreiber 001 NaNo Sommer Camp Tag 2 001

Die Haustuer oeffnete sich und noch ehe er aus seiner verkrampften Haltung aufstehen und lossprinten konnte, krachte etwas gegen seinen Schaedel. Ein Schmery liess ihm die Traenen in die Augen schiessen und er sackte nach vorne, direkt mit dem Gesicht auf den Boden. Er versank in die erloesende Bewusstloskigkeit.

In seinem Kopf sass jemand und trommelte mit dem Hammer einen Rhzthmus, der bei jedem Schlag einen Stich bis in die Augen verursachte. Er sah nichts, obwohl er glaubte, die Lider geoeffnet yu haben. Schwary. Er blinyelte ein paar Mal, jetyt nahm er Schemen wahr, grau, weiss. Etwas yog an ihm, so dass er sich nicht bewegen konnte, dabei haette er gerne die Hand ueber die Augen gelegt, um das Blenden abyustellen. Er wartete, probierte es erneut. Nichts geschah. Den Kopf konnte er nach links bewegen, yurueck und dann nach rechts. Da sass jemand.

Endlich wach!

Es war mehr ein Bellen als eine Feststellung und es klang nicht so, als ob dieser jemand eine Antwort erwartete. Gany abgesehen davon, dass er nicht faehig war, ueberhaupt etwas yu sagen.

Da haben Sie sich ja endgueltig in die Scheisse geritten!

Die Tuer flog auf und herein wehte eine weisse Gestalt.

Schamen Sie sich, so mit dem Patienten yu sprechen. Er braucht Ruhe und Sie gehen jetyt besser.

Die weisse Gestalt yog den anderen Mann aus dem Yimmer. Er blieb in seiner Hoelle yurueck, schloss die Augen und wartete darauf, dass der Hammermann in seinem Kopf mit seinem Rhzthmus fertig wurde. Nach und nach stellten sich die Erinnerungen ein. Ihm fiel das Yielobjekt, eigentlich muesste es korrekt Yielsubjekt heissen, aber alle sagten immer nur Yielobjekt. Er war mit seinem Partner in Stellung vor dem Haus des Yielobjektes gegangen, er selbst vorne, der Partner hinter dem Haus. Ob sie den Mann erwischt hatten oder hatte es nur ihn getroffen? Der Mann im Yimmer war sein Chef, den hatte er an de Stimme erkannt. Er war nie freundlich yu ihm, sie konnten sich einfach nicht leiden. Das war schon immer so und wurde wohl auch so bleiben. Er schaffte es nicht, mit dem Chef gut ausyukommen, weil er eben nicht nach dessen Pfeife tanyen wollte. Weil er aber gut war, hatte der Chef ihn noch nicht gefeuert. Nur deshalb, weil er ohne ihn keine Erfolge vorweisen konnte, weil er selbst nicht in der Lage war, das Team yu fuehren, wenn viel Arbeit anlag, Ueberstunden gemacht werden mussten, die Leute yu motivieren, am Ball yu bleiben, nicht aufyugeben, auch wenn Ermittlungsarbeit ueber lange Strecken langwierig und ergebnislos erschien.

Sie hatten es vergeigt. So musste es sein, denn sonst waere der Chef erst gar nicht bei ihm aufgetaucht, egal, wo er gerade war.

Hallo Herr Sandholm, wie fuehlen sie sich?

Die Stimme klang wie Samt. Er oeffnete die Augen, nun sah er klarer. Ein huebsches Gesicht beugte sich yu ihm herunter und er schaute in das blaue Meer. So blaue Augen hatte er bei noch keiner Frau gesehen.

Hmhm, geht so, nuschelte er. Mehr kam nicht aus ihm heraus.

Das wird schon wieder. Nur Geduld.

Sie klang fast wie seine Mutter, Er veryieh ihr, versuchte ein Laecheln, das wahrscheinlich wie eine Grimasse aussah, so wie es bei ihm im Gesicht schmeryte. Sie taetschelte ihm kury die Schulter.

Der Aryt kommt gleich yu ihnen, Herr Sandholm.

Damit verliess sie das Yimmer und er war wieder sich selbst ueberlassen. Hellgrauer Puty an den Waenden, rechts neben ihm ein leeres Krankenhausbett mit dem ueblichen gelb-weissen Bettyeug, ein Nachtschrank, auf dem keine Blumen standen, aber eine Flasche Wasser und eine Schnabeltasse. Herrgott, wie im Seniorenheim. Er hob muehsam den Kopf ein paar Yentimeter, schaute an sich herunter, war natuerlich auch mit dem gelb-weissen Bettyeug yugedeckt. Warum konnte er seine Arme nicht bewegen? War er am Ende verletyt worden oder gar gelaehmt?

Die weisse Gestalt wehte herein und positionierte sich neben dem Bett.

Ich bin Dr. Kramhof, Ihr behandelnder Aryt. Wie geht es Ihnen? Koennen Sie sprechen?

Geht so.

Das wird schon wieder. In ein paar Tagen sind Sie wieder gany der Alte und das Reden klappt dann auch.

Er sammelte seine Gedanken und fragte: Ich, schwer verletyt? Kann mich nicht bewegen…

Dr. Kramhof nestelte an seiner Kitteltasche herum, fuhr sich mit der Hand ueber das Kinn, als muesse er ueberlegen, was er darauf antworten konnte.

Lassen Sie sich das alles spaeter von ihrem Chef erklaeren, wenn es Ihnen besser geht. Ausser einer kleinen Gehirnerschuetterung und ein paar Schürfwunden im Gesicht haben Sie nichts davon getragen.

Arme und Haende? Nicht ruehren.

Wieder eine kurze Pause, dann: Man hat uns aufgetragen, Sie am Bett yu fixieren.

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Dora Nait: Exit Hähnchengrill [Kurzgeschichte in 8 Kapiteln]

Cover Dora Nait Exit Hähnchengrill

[Foto: Blog Tinte und Papier HIER]

Beim Stöbern im Netz darauf gestoßen und gleich gelesen. Mit gefiel die Geschichte gut, habe alle 8 Kapitel hintereinander weg gelesen. Es ist zwar damit keine Aufgabe von Daggis Buch-Challenge 2015 HIER erfüllt und ich weiß auch nicht, wie viele Seiten der Text insgesamt hat, aber ich habe gelesen, deswegen kommt es hier rein.

Wenn man im Blog bei IHR ganz nach unten scrollt, kommt man auf alle Kapitel und kann lesen.

Fazit: Nette kleine Geschichte für zwischendurch. Mit „nett“ meine ich nicht die kleine Schwester von „schrecklich“, sondern positiv. 🙂

Jetzt widme ich mich wieder „Konrad“, derweil ich auf den Postler warte, der mir zwei Päckchen bringen soll. Eines kommt aus Amerika und der Auftrag war vor 11 Tagen … Ich hasse diese Warterei, wenn man keinen genauen Liefertermin bekommt. Was ich gestern mit Konrad gemacht habe, schreibe ich in einem eigenen Beitrag.

Endlich habe ich es geschafft „Schweig still, mein Kind“ von Petra Busch zu bekommen und habe zu lesen begonnen. Der erste Versuch war HIER. Danach geriet es in Vergessenheit, jetzt fiel es mir wieder ein und ich bin bei skoobe fündig geworden. Meine Erwartung ist groß, im Moment hat es mich aber noch nicht ins Buch gezogen und gepackt. „Mördchen fürs Örtchen“ lese ich zwischendurch, da es Kurzkrimis sind, kann ich diese immer mal gut einschieben.

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Ich schreibe am Plot, habe so meine Vorstellung, wie der Verlauf sein sollte und merke, dass ich mich (schon wieder) in Details und Belanglosigkeiten ergehe bzw. verliere, die jetzt noch nicht dahin gehören… Muss sehen, dass ich mich an das Wesentliche halte, mir die Details für später aufhebe, wenn diese überhaupt vonnöten sind. Kill your darlings. Ich kille.

Anmerkung: Dies ist ein aktueller Beitrag von heute. 😉

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Clustern Wecker 003

Während der Arbeit habe ich zu „Konrad“ gefunden. Mittendrin fielen mir Punkte für die Karteikarten ein, diesmal für die Mutter, Gerlinde. Ich kann zwischendurch gut eine halbe Stunde oder mehr einschieben, muss dann nur sehen, dass ich die Kurve bekomme und zur aktuellen Tätigkeit zurück kehre. „Konrad“ ist ja sooo viel spannender, als das andere Tun. Dafür gibt es aber den Kurzzeitwecker, die kleine, blaue Espressokanne oder der Wecker im System, der mich erinnert, dass die Schreibzeit am Projekt vorerst abgelaufen ist und das normale Leben wieder beginnt bzw. weiter geht. Manchmal auch mit „Schlummer“-Taste, ähnlich wie beim Wecker, der einen morgens aus den Federn wirft, nur noch 10 Minuten, noch 5 Minuten, gleich…

Die Frage ist, wie viel Text, Geschichte… sollte man davon im Blog preisgeben? Jeder Schreiber träumt sicherlich davon, einmal etwas zu veröffentlichen. Dann wäre es blöd, wenn das halbe oder ganze Buch, der halbe oder der ganze Text (wenn es um eine Kurzgeschichte geht) schon im Blog steht. Ob „Konrad“ überhaupt für die Veröffentlichung taugt, ist eine andere Geschichte. Aber kategorisch ausschließen will ich es nicht.

Mein Ritual für die „Konrad“-Schreibzeit war nach getaner Arbeit, wie schon die Tage zuvor, 20 bis 30 Minuten raus gehen, den Kopf frei pusten lassen, das war heute nicht schwer, der Sturm sorgte dafür, dass das Oberstübchen schnell leer geräumt war. Alle vorhandenen Gedanken wurden einfach weggefegt. Den Grauen habe ich aufgetragen, sich Gedanken über die Pläne des „anderen Ichs“ zu machen, habe denen eine grobe Skizze nach oben geschickt, die mir aber sehr abstrakt vorkommt, somit ist es deren Aufgabe, dies zu überdenken, zu überarbeiten und daran zu feilen. In der Zwischenzeit schreibe ich am „Hier und Jetzt“ und an der „Kindheit bzw. Jugendzeit“ von Konrad weiter. Es sind weitere Aspekte dazu gekommen, es macht gerade richtig Spaß, diese Geschichte weiter zu verfolgen und damit zu arbeiten, auch der Wechsel der Perspektiven ist aktuell noch im Plan.

Anmerkung: Wieder ein Beitrag, den ich am Sonntag verfasste, aber heute erst einstelle.

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Geschichte zur Geschichte 001

Ganz so schlimm ist es nicht. Umgekommen ist noch keiner, aber dass und wie es passiert, spielt sich schon im Kopfkino ab. Beim ersten Kaffee habe ich Karteikärtchen mit Ideen zum Projekt gefüllt. Ist der Gedanke länger als eine Karte, dann verwende ich eine Nummerierung aus Buchstaben und Zahlen. Beispiel: A1, A2, A3, B1, B2, B3, usw., damit ich später weiß, welche Gedanken zusammen gehören. Reichen die 26 Buchstaben nicht aus, verwende ich AA1, AA2, AA3, BB1, BB2, usw.

Aktuell habe ich Rubriken für die Hauptpersonen Konrad, seine Mutter Gerlinde und die Stadtstreicherin Inken, zu denen es gefüllte Kärtchen gibt. Die Krankenschwester Elli spielt eine eher nebensächliche Rolle, hat eine Rubrik, aber (noch) keine Karten.

Anmerkung: Als ich Tinteundpapiers [Edit: Name korrigiert] Beitrag HIER beantwortete, hätte ich doch beinahe mit „Inken“ unterschrieben. Auweia. 😉

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Den Abend halte ich mir heute allgemein für das Schreiben und weitere Planungen für die Geschichte „Konrad“ frei. Für den Nachmittag, jetzt gleich also, habe ich mir einen Spaziergang verordnet, um die Gedanken zu ordnen und den Kopf frei zu bekommen. Ich wohne direkt am Feld- und Waldrand, somit kann ich der (Klein)Stadt schnell entfliehen.

Ich habe mir einen Karteikasten zugelegt und für jede Figur eine Rubrik mit Kärtchen gefertigt bzw. angelegt, auf denen ich notiere, was alles vorkommen soll. Manchmal fällt mir nachts etwas ein oder wenn ich stricke, am Schreibtisch andere Arbeiten erledige, draußen bin, etc. Dann schreibe ich es mir in Stichpunkten auf die Kärtchen, so dass es nicht verloren geht und schnell auffindbar ist. Kleine (A 7) Karten und Stifte habe ich überall griffbereit liegen, auch in der Handtasche. Für ausführlichere Notizen habe ich derzeit ein schwarzes Moleskine, bei dem das Lesebändchen abgerissen ist. Beim letzten Conceptum war der Gummi ausgeleiert, der das Buch zusammen halten soll. Egal. Hauptsache, es ist Papier darin, das ich beschreiben kann. Direkt in das iPad zu tippen, ohne externe Tastatur, ist mir zu mühselig. Bei der externen Tastatur ist die Halterung abgebrochen, ist nur Plastik und ziemlich winzig, um das iPad aufrecht zu halten.

Konrad“ ist ein Stück weiter gesponnen. Konrad passiert vor Schreck das Malheur, in der Kabine mit dem Schuh von der Kloschüssel abzurutschen, als er beim letzten Blick über die Trennwand direkt in die Augen der Frau schaut, und ins Krankenhaus muss. Diese Frau begegnet ihm im Krankenhaus wieder. Dort wird sie (Stadtstreicherin ohne Wohnsitz) von einer Krankenschwester mit Naturalien und hin und wieder mit etwas Geld unterstützt, die in der Tagesschicht Konrad auf der Station betreut. Auch Gerlinde, Konrads Mutter, eilt herbei, aber sie wird von der Krankenschwester hinaus geworfen, weil sie eine Szene am Krankenbett aufführt, die für die Genesung des Patienten nicht förderlich ist. Spanner im Bahnhofsklo… Peinlicher geht es kaum. Konrad kuriert seine Gehirnerschütterung und Prellungen am ganzen Körper aus.

Das alles ist Vorgeplänkel, um in die eigentliche Geschichte zu kommen. Was davon übrig bleibt, wird sich später zeigen.

Es gibt verschiedene Perspektiven: Konrad heute; Konrad in seiner Kindheit und Jugend (Rückblende) und das andere Ich, das für Spannung sorgen soll. Ich werde sehen, ob und wie das funktioniert und festgelegt ist es noch nicht endgültig.

Anmerkung: Den Beitrag habe ich gestern Mittag schon geschrieben, wie im Titel erkennbar ist, aber keine Zeit mehr gehabt, diesen im Blog einzustellen. Den Spaziergang habe ich gemacht, war gut und brachte einige neue Erkenntnisse bzw. Ideen.

Arbeitsutensilien 001

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