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Posts Tagged ‘U-Boot’

5 Minuten. 3 Wörter: Banane, U-Boot, Leben >>

Ich stieg die Stufen hinunter, näherte mich dem Eingang unseres Beatschuppens, den wir alle U-Boot nannten, der weit unter der Erde im U-Bahntunnel lag. Die schwarze Metalltür war zu. Die Wände waren innen gelb wie bei einer Banane, die Tische, die Bar und die Stühle wiederum schwarz. Ich mochte diese Mischung aus schwarz und gelb. Hier unten tobte das Leben, laut und schrill. Nicht so wie zu Hause, wo alles nur langweilig war.

Der Sound wummerte mir schon entgegen, da war die Tür noch geschlossen. Irritiert sah ich mich um. Kein Mensch befand sich hier draußen. Sonst standen die Besucher auf dem Vorplatz, rauchten, kifften und tranken das ein oder andere Fläschchen vorab. Heute war alles verwaist. Ein Blick auf mein Handy sagte mir, dass mich keiner meiner Freunde angeschrieben oder angerufen hatte. Ich drückte Kathys Nummer, Mailbox, dann bei Rieke, Mailbox, Tommy, Mailbox. Ich wusste nicht, was mich dazu brachte, aber ich kehrte um und stieg rasch die Treppe wieder nach oben, eilte zu meinem Fahrrad und radelte los, raus aus der Stadt. Der Rucksack drückte schwer auf meinem Rücken, im Kopf flogen die Gedanken herum, wie ein Schwarm voller Mücken.

‚Die haben keinen Empfang‘, redete ich mir ein, schon aus der Puste, ‚das ist da unten immer so.‘ Trotzdem hätten sie am Eingang auf mich gewartet, auch wenn ich ständig zu spät dran war. Sie warteten. Immer. Wo blieben die anderen Gäste?

Ich trat weiter in die Pedalen, schaute weder nach rechts noch nach links. Zwei grelle Lichter durchbrachen die Dunkelheit, kamen direkt auf mich zu. Ich riss den Lenker nach links, es gab einen Knall, der Schmerz zog vom Rücken zu den Beinen und Armen, gnädige Dunkelheit umfing mich.

Als ich zu mir kam, lag ich auf dem Boden, eingerollt in meine Bettdecke. 3:43 Uhr. Madame Mietz stand auf mir drauf, schnurrte, was das Zeug hielt. 309 Wörter

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